Hegau Archers – der 3D Parcours von Eigeltingen

Es ist ein wirklich schöner Herbsttag Mitte November und endlich haben wir mal wieder die Zeit, einen Ausflug mit unseren Bögen zu machen. Diesmal haben wir uns den Parcours der Hegau Archers in Eigeltingen ausgesucht.

Nach einer kurzen Anfahrt von circa 45 Minuten erreichen wir das Gelände der „Lochmühle„, welches als Ausgangspunkt dient. Die „Lochmühle“ selbst ist definitiv schon einen Familienausflug wert. Auf dem Parkplatz begrüßten uns frei laufende Hasen, Gänse und sogar einige Pfaue. Man findet dort einen Spielplatz, einen Streichelzoo, Unterkünfte und ein echt uriges Restaurant. Schon die ganze Anlange für sich, ist einen Blick wert und bietet noch weitere Freizeitaktivitäten.

Nachdem wir uns ordentlich bei der Hotelrezeption angemeldet, ins Buch eingetragen und die 12 Euro Gebühr pro Person bezahlt hatten, konnte es auch direkt los gehen. Zuerst ging es hinter der Mühle etwas den Hügel rauf zum Einschiessplatz. Dieser ist völlig in Ordnung und erfüllt seinen Zweck ausreichend. Nach einer kleinen Runde aufwärmen, leiteten uns gelbe Pfeile auch direkt zum ersten Ziel. Der Weg führt in diesem ersten Abschnitt über Obstbaumwiesen und war einfach und angenehm zu begehen.

Am ersten Ziel angekommen, finden wir auch gleich ein Infoschild mit einer Reihe von Angaben zum Ziel vor. So kann man dort lesen, um welches Tier es sich handelt und zu welcher Zielkategorie es gehört. Auch ist auf einem Foto die Kill-Zone des Ziels deutlich markiert. Solche Infoschilder begrüsse ich persönlich sehr. Denn ich habe es schon öfters erlebt, dass das Ziel auf eine Art und Weise stand (zum Beispiel in einem sehr dunklen Schatten), das kaum zu erkennen war, worauf überhaupt geschossen werden soll. Also als Tourist auf diesem 3D Parcours finde ich solche Schilder super. Doch den ersten Wehrmutstropfen finde ich auch auf diesem Schild. Der deutliche Hinweis darauf, dass nur ein Tier beschossen werden darf, obwohl ich eine Gruppe vor mir sehe. Das kann ich natürlich nachvollziehen, um die Ziele und somit die Kosten zu schonen, und trotzdem wirkt es als Spaßbremse.

Und so ging es über das erste Drittel des 3D Parcours weiter über die Wiesen. Die Szenen, die wir dabei vorfanden, waren gewöhnlich, aber nicht spektakulär. Der Zustand der Tiere selbst, war zu diesem Zeitpunkt ok, wobei man vielleicht das eine oder andere Tier schon mal austauschen könnte.

Odyssey im Wald

Nachdem wir nun diesen ersten Teil hinter uns hatten, wurden wir in ein Waldstück geleitet. Dort befand sich auch gleich ein Rastplatz. Bis jetzt dachten wir, der Parcours sei sehr leicht zu begehen, doch das sollte sich nun gleich ändern. Im nächsten Drittel der Runde ging es ordentlich bergauf und bergab. An den Hängen und in den Senken wurden jetzt verschiedene Szenarien für das Auf- und Abschiessen installiert. Nach wie vor sind alle einzelnen Stationen mit Infotafeln ausgestattet. Die meisten schwierigen Wegstellen wurden mit Seilen zum festhalten zusätzlich gesichert, was ich auch sehr gut und wichtig finde. Ich persönlich hätte an der einen oder anderen Stelle noch ein Seil mehr angebracht, aber festzuhalten bleibt auf jeden Fall, festes Schuhwerk ist unverzichtbar in diesem Gelände!

Was ich auch noch positiv feststellen konnte, dass die meisten Ziel gut nach hinten gegen Ausreisser gesichert waren. Also Pfeilverlust sollte auf diesem 3D Parcours eigentlich kein großes Thema sein, selbst wenn mal ein Schuss daneben geht.

Doch genau in diesem Waldstück fiel mein größter Kritikpunkt voll ins Gewicht. Die gesamte Streckenführung ist total unlogisch und irreführend. Obwohl der Weg ausgeschildert ist, haben wir dennoch die Orientierung verloren. So läuft man beispielsweise an der Station 16 direkt vorbei, um zu 14 und 15 zu gelangen, nur um dann genau den selben Weg wieder zurück zu 16 zu machen (die Stationsangaben dienen nur als Beispiel). Der ganze Aufbau in diesem Waldstück hat uns also nicht so besonders gut gefallen und könnte bestimmt besser gelöst werden.

Ist man dann im Wald fertig, wird man wieder zum bereits bekannten Rastplatz zurück geleitet und von dort aus auf alt bekannten Wegen raus aus dem Wald. Dann geht’s weiter in eine Baumschonung. Ab jetzt und bis zum Ende ist dieser 3D Parcours wieder sehr leicht zu begehen. Die Szenen, die wir dort vorfanden, waren ok, wenn auch etwas eintönig. Der Spaziergang durch die Schonung hatte jetzt im Herbst dafür seinen ganz eigenen Charm. Zum Schluss kommen dann noch mal zwei oder drei Ziele auf freien Wiesen und so kehrt man dann zur „Lochmühle“ zurück. Insgesamt haben wir gute drei Stunden für diesen Parcours benötigt.

Bleibt zu bemerken

Als Fazit möchte ich feststellen, dass der Verein hier mit viel Fleiß versucht hat, einen ordentlichen und ansprechenden 3D Parcours zu erstellen. Dringend überarbeitet werden sollte das Waldstück. Und insgesamt wünschte ich mir etwas mehr Raffinesse bei der Gestaltung der einzelnen Szenen. Somit kann ich sagen, dass der Parcours als Abwechslung sicherlich taugt, doch mit 12 Euro pro Person schon recht hoch gegriffen ist. Insgesamt ist die Runde hier nur mittelmäßig interessant und für diesen Preis habe ich schon bessere Sachen gesehen.