Spezielle Form gefällig? – Federstanze Vario Clipper

Viele Bogenschützen kommen irgendwann an den Punkt, wo sie sich ein ganz individuelles Design für ihre Pfeile wünschen. Crestings und Wraps helfen da schon weiter und zudem lässt sich mit Farbe und form von Nocken und Federn spielen, um seinen Wunschpfeil zu gestallten. Doch die verschiedenen Federformen sind auf dem Markt beschränkt. Und genau in diese Bresche spring die Federstanze Vario Clipper.

Neben einer ganzen Palette von klassischen Formen, gibt es hier auch eine Vielzahl von Exoten. Fans von „Herr der Ringe“ werden die Form „Raven“ lieben, doch auch „Sting“, „Barracuda“ oder „Shijo“ können deinen Pfeilen ein ganz individuellen Stil verleihen. Und das Beste ist, ihr müsst euch nicht auf eine Form festlegen. Denn die Klingen für die Formen sind einzeln austauschbar, die Federstanze selbst, braucht ihr nur ein Mal.

 

Unter der Lupe

Die Federstanze Clipper kommt in zwei Teilen. Im ersten Karton findet ihr das Grundmodul und in der kleineren Packung die Klinge für die ausgesuchte Federform. Der erste Eindruck war bei mir schon etwas ernüchternd, denn die ganze Sache wirkt etwas selbstgebastelt. Rot bemalte Sperrholzplatten, einfaches Blech und Moosgummi auf der Oberseite, welcher direkt mal abfiel, vermitteln kein besonders professionellen Eindruck. Zwei Schrauben für die Montage der Klinge liegen bei, jedoch eine Beschreibung suchst du vergebens. Auch die Internetseite, welche ihr auf der Verpackung findet, wird nicht weiter helfen, denn sie funktioniert nicht. So müsst ihr selbst ein wenig tüfteln, um die Klinge richtigrum einzuschrauben. Erst bei genauer Untersuchung ist mir aufgefallen, dass sich unter der Grundplatte noch weitere Bohrungen verstecken. Wenn ihr diese versetzt, könnt ihr etwas die Länge und Form der Feder verändern. So werden zum Beispiel aus 5 Zoll durch verschieben nur noch 4 Zoll.

Die volle Feder wird dann mit dem Kiel zwischen zwei Fixierstreifen eingelegt, kräftig zusammen pressen, und mit etwas Glück habt ihr eure Feder. In der Praxis hat aber genau das nicht besonders gut funktioniert, wofür ich zwei Gründe sehe. Erstens hat eine Feder eine natürliche Krümmung. In der Federstanze jedoch, versuche ich sie auf eine ebene Grundplatte zu spannen. Wenn ich jetzt die ganze Sache schliesse, dann verschiebt sich die Feder jedes Mal eine wenig und liefert im Endeffekt viele Variationen, mit Ecken und Kanten, der eigentlich gewünschten Form.

Zweitens schneide ich die Feder nicht wirklich, sondern quetsche sie mit Gewalt zusammen, bis das scharfe Messer die Feder durchtrennt. Dafür reicht in der Praxis eine einfaches Zusammendrücken leider nicht aus, sondern ich musste mit einem Gummihammer nachhelfen, bestimmt zur Freude meiner Nachbarn. Daraus ergibt sich, dass die Feder oft nicht vollständig und sauber rausgetrennt wurde und man noch oft etwas nacharbeiten muss.

Fazit zur Federstanze

Obwohl die Vario Clipper auf den ersten Eindruck wie aus dem Bastelkeller wirkt, ist sie doch eigentlich gut durchdacht. Viele verschiedene Federformen lassen sich mit einer einzigen Presse produzieren. Und ist die Klinge mal stumpf, dann muss auch nur die Klinge ausgewechselt werden. Das Gleiche trifft auch für alle anderen Teil an der Presse zu. Dadurch spart sie natürlich Geld. Und genau dafür erhält diese Federstanze zwei fette Pluspunkte von mir.

Doch das Funktionsprinzip einer Stanze im allgemein funktioniert für mich nicht besonders gut. Ich vermute mal, alle Stanzen mit dem selben Aufbau haben die selben schon erklärten Probleme. Mit Gewalt was Gebogenes auf einer geraden Fläche durchquetschen, funktioniert einfach nicht gut. Für mich persönlich sind die Resultate zu ungenau und unsauber und ich werde in Zukunft keine Federstanze mehr benutzen. Wen das jedoch nicht stört, der kann der Federstanze Vario Clipper ruhig mal eine Chance geben.