Der Compoundbogen

Hollis Wilbur AllenSeit Anbeginn der Zeit verwendet der Mensch Pfeil und Bogen. Erst als Jagdwaffe, dann als Kriegswaffe und zum Schluss auch als Sportgerät. Viele tausende Jahre blieb das grundsätzliche Design von Bögen unverändert, bis ein findiger Amerikaner die Nase voll davon hatte, dass seine Pfeile einfach zu langsam waren. Genau genommen handelt es sich dabei um Holles Wilbur Allen, der 1966 das Konzept des Bogens komplett revolutionierte. 1969 wurden dann auch sein Patent für den ersten Compoundbogen anerkannt.

Holles Wilbur Allen war Bogenjäger und es ärgerte ihn, dass seine Pfeile so langsam flogen, dass es immer mal wieder dem Wild gelang, aus der Schussbahn zu springen. Er wollte also die Pfeilgeschwindigkeit erhöhen und er verstand sich gut auf mechanische Dinge. Am Anfang versuchte er das übliche Design zu modifizieren, indem er ein besonders langes Mittelstück und sehr kurze Wurfarme baute. Doch dieser Bogen sollte die Test nicht überleben und bracht. Dann kam er auf die Idee, an den Enden der Wurfarme Rolle zu installieren, doch auch das brachte nicht den gewünschten Erfolg. Erst als er erkannte, dass die Achse der Rolle exzentrisch zur Mitte liegen musste, konnte er die Pfeilgeschwindigkeit erhöhen und der erste Compoundbogen war geboren.

Vorteile des Compoundbogens

Heute erfreuen sich diese Bögen in den USA gerade bei Jägern größter Beliebtheit. In Europa ist die Trend zwar auch angekommen aber längstCompoundbogen Patentbild nicht so Populär wie in den Staaten. Dabei bringen diese Compoundbögen, mal abgesehen von der Pfeilgeschwindigkeit, noch einige andere Vorteile mit sich. So ist es zum Beispiel typisch, dass man bei vollem Auszug ein Punkt erreicht, an dem man nur noch 20 bis 30 Prozent von der Zugkraft wirklich halten muss. Hat also mein Bogen 60 Pfund Zugkraft, so muss ich bei vollem Auszug und 70% „let-off“ nur noch 18 Pfund halten. Das ermöglicht es mir natürlich viel ruhiger und auch viel länger zu zielen. Ein zweiter großer Vorteil ist die sehr kompakte Größe. Während man bei den klassischen Holzbögen mit 58 oder 60 Zoll schon von „kurz“ reden kann, so gehen die Compoundbögen locker auf 30 Zoll Länge runter. Gerade bei der Jagd durch das Gebüsch und auf dem 3D-Parcours ist das natürlich ein großer Vorteil nicht ständig im Geäst hängen zu bleiben. Außerdem lassen sich noch Visiere, Stabilisatoren oder verschiedene Pfeilauflagen installieren, was nochmals die Präzision und Leistungsfähigkeit erhöht. Wer es mag, kann im Normalfall auch problemlos einen Bogenköcher anbauen.

Klar ist jedenfalls, ein Compoundbogen ist was für Schrauber und Technikfans. Mit so einem Bogen geht man nicht einfach mal los und schiesst eine Runde. Nein da muss erstmal das Visier eingeschossen, justiert und getunt werden, bis das ganze System perfekt zum Schützen passt. Und kommt man dann mal auf die Idee sich eine andere Sorte Pfeile zu kaufen, dann gibt’s auch gleich wieder am Bogen was zu basteln. Dafür erhält man am Ende ein kleines Gesamtkunstwerk, was selbst auf große Distanzen treffsicher schiesst.