Samick Sage – Viel Bogen für ganz kleines Geld

Wer in den Bogensport neu einsteigen will, hat in der Regel keine Lust, etliche hundert oder gar tausende von Euro zu investieren. Am Anfang geht es doch meistens erstmals ums Schießen selbst, sich auszuprobieren und herauszufinden, ob man das neue Hobby dauerhaft betreiben möchte. Und damit beginnt die Suche nach einem Bogen, der einerseits ins Budget passt und zum anderen dem Schützen einige Möglichkeiten zum Experimentieren bietet. Einige von euch haben vielleicht das Glück einen Bogenhändler in der Nähe zu haben. Dann könnt ihr natürlich mit kompetenter Beratung und einigen Probeschüssen schnell rausfinden, welcher Bogen am besten zu euch passt. Doch viele von euch werden ihren ersten Bogen wohl im Internet kaufen und müssen auf eine gute Beratung verzichten. Und genau da kommt der Samick Sage ins Spiel.

Der Sage ganze allgemein…

Samick Sage RecurveDer erste Punkt, der deutlich auffällt, ist der Preis. Für nicht mal 150 Euro ist der Sage schon fast als Schnäppchen zu bezeichnen. Dafür erhält man dann auch noch einen Take-Down, einen zerlegbaren Bogen, was gerade für Einsteiger große Vorteile bietet. Stellt man dann im Laufe der Zeit fest, dass man kräftiger geworden ist und mehr Zugkraft vertragen kann, dann lassen sich für um die 80 Euro einfach nur ein paar neue Wurfarme bestellen, ohne gleich den ganzen Bogen austauschen zu müssen. Weiterer Pluspunkt ist, der Samick Sage geht schon bei 25 Pfund Zugkraft los, womit er auch für Frauen und Jugendliche zur echten Option wird. Das alleine sind schon ganz gute Argumente, doch der Sage kann noch mehr. Im Mittelstück bereits eingebaut, findest du die Buchsen um ein Visier, einen Stabilisator oder einen Button zu installieren.

Damit erhältst du eigentlich schon zwei Recurve Bögen in einem. Denn du kannst nun auswählen den Sage einfach ohne jedes Zubehör, nur mit einer Pfeilauflage aus Leder über den Shelf zu schiessen. Das wäre dann das traditionelle oder instinktive Bogenschießen. Oder du gibt’s noch ein paar Euro extra aus und kannst dir dafür einen Stabilisator, ein Visier und noch eine andere Pfeilauflage zulegen, und damit erste Schritt in Richtung sportliches bzw. olympisches Bogenschießen unternehmen. Mit seiner Länge von 62 Zoll ist er auf hier ein guter Mittelweg zwischen Handlichkeit im Gelände und komfortablem Auszugsverhalten.

Qualität und Verarbeitung des Samick Sage

Als ich das Mittelstück des Sage das erste Mal in die Hand genommen hatte, dachte ich:“Hmm“. Ich konnte nicht gleich sagen, ob mir gefiel was ich da sah, oder eben auch nicht. Dann jedoch justierte ich mein inneres Bewertungssystem neu und rief mir ins Gedächtnis zurück, dass dieser Bogen nicht mal 150 Euro gekostet hat. Was ich in der Hand hielt war ein Recurve Mittelstück, was aus einer Kombination von Olivenholz und einem dunkelgrauen Holzverbundstoff, Techwood oder Dymond Wood, hergestellt wurde. Ausserdem hat er Akzentstreifen aus Ahorn. Diese Holzverbundstoffe werden in der Regel aus vielen, vielen dünnen Holzlagen, welche mit Epoxy getränkt werden, miteinander unter Druck verklebt. Auch das Olivenholz besteht aus mehreren verleimten Schichten. Durch diesen Schichtenaufbau und der Verwendung von Epoxyharz, erhält man hinterher ein etwas schwereres und sehr stabiles Mittelstück. Wenn man sich das mal durch den Kopf gehen lässt, hat Samick dafür einen Pluspunkt verdient. Außerdem finde ich den Kontrast zwischen der Olive und dem Dymond Wood auch recht gelungen. Für die Wurfarme wurden Buchsen aus Metall angebracht. Dort schiebt man die Arme einfach rein und fixiert sie dann mit einer großen Schraube. Wobei wir auch schon beim nächsten Punkt wären. Diese dicken Schrauben stören mich etwas. Sie stehen da soweit raus, als wären dem Samick Sage zwei dicke Pickel gewachsen. Aber, und das ist ein großes „Aber“, Samick hat sich was dabei gedacht. Dieser Bogen ist für Einsteiger und Jugendlich gedacht, und da wäre es doch super, wenn man die Wurfarme anschrauben könnte, ohne dafür extra Werkzeug zu benötigen. Wenn die ganze Sache einfach, handlich und schnell gelöst wäre, und genau das ist ihnen mit den Schrauben gelungen. Die Wurfarme des Recurves werden, wie recht typisch in der Preisklasse, aus einem Ahornkern und schwarzem Glas aussen angefertigt. Ob die Tips verstärkt sind oder nicht, weiß ich nicht. Doch ich vermute mal eher nicht, denn die wenigsten Einsteiger wollen sich gleich eine Fast Flight Sehne auf den Bogen ziehen. Insgesamt ist das Finish nicht schlecht. Keine störenden Ecken oder Kanten, keine Ungleichmäßigkeiten oder sonstige nervige Sachen. Der Lack könnte vielleicht eine Schicht dicker ausfallen. Doch zum Schluss möchte ich etwas erwähnen, was zwar funktionell keinen Unterschied macht, mich dafür aber wirklich stört. Der Übergang vom Mittelstück in die Wurfarme ist einfach grob und unförmig gestaltet. Dort entsteht eine richtig große Stufe, die die sonst so elegante Linienführung eines Recurves komplett unterbricht. Es gibt genug gute Beispiel dafür, wie man diesen Übergang geschmeidiger gestalten kann. Doch wie gesagt, das ist mein Geschmack und hat keinen Einfluss auf die Funktion.

Das Handling des SageRecurve Sage Mittelstück

Die 62 Zoll Länge und die wenig aggressiven Recurves spiegeln sich in einem angenehmen weichen Auszugsverhalten wieder. Der Bogen wird dadurch etwas langsamer aber auch fehlerverzeihender. Das laminierte Mittelstück mit dem etwas Extragewicht, erhöht zusätzlich noch die Stabilität. Der Griff liegt sehr angenehm in der Hand und ist auch für kleinere Hände gut geeignet. Die Länge des Bogens und die Möglichkeit ihn zu zerlegen, macht ihn zum brauchbaren Begleiter auf einem 3D-Parcours oder generell auf Reisen. Wenn ich jedoch auf dem Schießstand auf Scheiben schiesse, wo ich viel besser auf Haltung und Technik achten kann, dann merke ich doch recht deutlich, in welcher Preisklasse ich mich befinde. Einen Anfänger sollte das aber kaum stören, schon alleine weil ihm der Vergleich fehlt.

Fazit – Ein Recurve der mitwächst

Wer vom Samick Sage eine Spitzenmodell mit Spitzenleistung erwartet, der sollte nochmal genauer aufs Preisschild schauen. Doch gerade für seinen Preis ist dieser Bogen gut durchdacht, funktionell und gibt dem Schützen einige Möglichkeiten sich auszuprobieren. Und genau das erwarte ich doch von einem Einsteigermodell. Wer nur ein kleines Budget hat oder einfach nicht zu viel Geld in ein neues Hobby investieren möchte, der wird mit dem Samick Sage fündig. Meine Frau schießt diesen Bogen, und obwohl sie keine Anfängerin mehr ist, sieht sie für sich keinen zwingenden Grund den Sage durch ein hochwertigeres Modell zu ersetzen. Also wenn sie damit glücklich ist, kann ich ihn guten Gewissens weiterempfehlen.

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